"WiLLmA" - die etwas andere WG
Ein Jugendprojekt der Friedenskirche
Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde
will Zeichen setzen!


Montags jonglieren dank Rotary
Donnerstag, 15. Juni 2006
HÜLS: Jugendprojekt WiLLmA weitet sein Angebot aus / Club spendet 3.000 Euro
WiLLmA, die etwas andere Wohngemeinschaft für Jugendliche in der Hülsstraße, hat den Rotary-Club Recklinghausen-Vest begeistert. Damit das Jugendprojekt der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde sein Angebot ausweiten kann, spenden die Rotarier 3000 Euro.

Der Club, der für gute Zwecke jährlich rund 30.000 Euro ausgibt, nimmt das Maskottchen des Jugendtreffs nach Recklinghausen mit: Die grüne Kuh ist Wahrzeichen und Symbol von WiLLmA. Hülser Kinder haben sie gebastelt und bemalt. WiLLmA - Die Abkürzung steht für Wohnen im Laden-Lokal mit Aktionen - logiert an der Hülsstraße 23. Jugendliche helfen dort Jugendlichen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, geben Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe, singen und spielen zusammen. Sie treffen sich an jedem Dienstag von 13 bis 22 Uhr. Unterstützt werden sie von ehrenamtlichen Mitarbeitern und WiLLmA-Leiterin Beate Lüddecke.
Rotary-Präsident Wolfgang Quecke, Schatzmeister Gerd Grollmann, Gemeindienstbeauftragter Peter Altenburger und Öffentlichkeitsarbeiter Lutz Ferley überzeugten sich in Hüls vom Erfolg der Jugendarbeit. Mittlerweile hat WiLLmA rund 70 Gäste zwischen zwölf und 19 Jahren. Das Konzept des Jugendprojekts passt zum Konzept der Rotarier. Sie fördern in diesem Jahr vor allem Bildungsprojekte für benachteiligte Jugendliche. Mit der Rotary-Spende wird WiLLmA einen neuen AG-Nachmittag finanzieren: Nach den Ferien soll montags von 17 bis 19 Uhr im Ladenlokal genäht und gestrickt, gehämmert, ebohrt und tapeziert werden. Auch Musik und Jonglage möchte WiLLmA anbieten.
MIT DEM HERZEN DABEI: Kinder erleben Gemeinschaft
Freitag, 09. Juni 2006

Jana und Mike stehen auf der Hülsstraße in Marl vor einem qietschbunt dekorierten und mit allerlei ausgemustertem Mobiliar ausgestatteten Ladenlokal und drehen Strickwolle zusammen. Es ist Dienstag, WillmA-Tag. WillmA heißt: Wohnen im Ladenlokal mit Aktionen: WillmA ist ein Herzensprojekt vieler engagierter Jugendlicher der ev. Freikirchlichen Gemeinde in Marl-Hüls. WillmA heißt: spielen, Spaß haben, Gemeinschaft erleben. Beim Basteln einer Hängematte zum Beispiel.
Die nächste Kordel ist fertig, kräht Jana in die Richtung von Jonas Eisner. Der angehende
Erzieher ist einer der jungen Ehrenamtler, die mit ihrem Engagement das Projekt tragen. Jonas lebt für WillmA,
sagt Projektleiterin Beate Lüddecke. Jonas erzählt: Die Jugendgruppe unserer Gemeinde hat immer vor den
Sommerferien eine Woche im Gemeindehaus gewohnt, dort gegessen, geschlafen, gemeinsam Dinge unternommen. Es
entstand die Idee, aus dieser WG ein langfristiges Angebot zu machen. Das leer stehende Ladenlokal an der
Hülsstraße war ideal. Beate Lüddecke stellte den Kontakt zum Vermieter her, die Jugendlichen zogen im Juni 2005
ein - allerdings nur tagsüber - und haben aus dem ehemaligen Blumengeschäft einen Ort der Begegnung geschaffen.
Immer dienstags (ab 13 Uhr) und nach den Ferien auch montags (ab 17 Uhr) öffnet die WillmA-WG. Nicht nur
für die Kinder der Gemeinde, sondern für alle Kinder im Stadtteil. Aus anfangs rund fünf Gästen sind
mittlerweile bis zu 70 geworden. Wenn die ersten Gäste eintrudeln, - die jüngsten sind sechs, die ältesten um
die 20 gibt es Mittagessen, gespendet von Gemeindemitgliedern. Danach helfen wir bei den Hausaufgaben. Wenn
gewünscht, grinst Jonas Elsner. Wir - das ist ein fester Kern von sieben, acht jungen Menschen zwischen 14
und 20 Jahren, die viel von ihrer Freizeit für WillmA opfern, sich z.B. einmal im Monat zum
Mitarbeiterplanungstreffen zusammenfinden. Dann werden Spiele überlegt, Musikinstrumente oder Bastelmaterialien
organisiert. Wir - das sind aber auch viele andere helfende Jugendliche, die immer beim Spülen, beim Aufräumen,
beim Kochen helfen. Wir machen alles gemeinsam, erzählt Jonas. Und man merkt, wie dankbar die Kinder sind, dass
jemand sich mit ihnen beschäftigt. Immer auf dem Tagesplan: Gemeinsamkeit erleben. Beim Singen, beim Andacht
halten, beim Mittag- und Abendessen. Viele kennen das von zu Hause gar nicht mehr.
Jeder wird geachtet
WillmA ist auch gelebte Integration, betont der 20-Jährige: Etwa die Hälfte unserer Gäste sind muslimische Kinder. Die Eltern haben keine Probleme damit, dass wir hier christliche Lieder singen oder zu Ostern die Geschichte von Jesus nachspielen. Auch kein Problem: die drei Grundregeln bei WillmA. Wir machen alles gemeinsam, jeder wird geachtet, Alkohol und Zigaretten sind verboten. Finanziert wird der WillmA-Jahresetat (rund 15.000 Euro für Strom, Wasser und die Arbeit von Beate Lüddecke) durch Spenden der Gemeindemitglieder: Als freikirchliche Gemeinde bekommen wir keine Kirchensteuern, erklärt die Projektleiterin. Auch alles andere sind Spenden: Von den Mahlzeiten über die Tischtennisplatte und den Kicker bis hin zu der Strickwolle, aus der Jana und Mike mittlerweile einen stattlichen Haufen Kordeln für die Hängematte gedreht haben. Was die Kinder sich wünschen? Dass WillmA jeden Tag auf hat.
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